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Änderungen für Steuerzahler im Jahr 2019

Zum 1. Januar 2019 müssen sich Verbraucher auf einige neue Regeln einstellen – von der Frist für die Steuererklärung bis zum Mindestlohn für Minijobber.

Hier die Übersicht:

Neue Einkommensgrenzen: Die steigen für alle Steuersätze um 1,84 Prozent, erklärt die Verbraucherzentrale Nordrein-Westfalen. Damit soll die Inflationsrate des Jahres 2018 in den Steuertarif eingepreist werden.

Weiteres Ziel der Neuregelung ist es den Angaben zufolge, den Effekt der kalten Progression auszugleichen. Diese würde ansonsten bewirken, dass Lohn- und Gehaltssteigerungen in Verbindung mit der Inflation zumindest teilweise durch eine höhere Steuerbelastung aufgezehrt würden, erklären die Verbraucherschützer.

Höhere Freibeträge: Ledige haben ab dem 1. Januar in der Einkommensteuer einen Grundfreibetrag von 9168 Euro. Das sind 168 Euro mehr als 2018. Verheirateten stehen künftig 18.336 Euro zu, also 336 Euro mehr als bisher. Bis zu diesem Betrag bleibt das Einkommen steuerfrei. Im selben Umfang erhöhen sich die Beiträge, bis zu denen Steuerzahler Unterhalt für nahe Angehörige als außergewöhnliche Belastungen abziehen können.

Angehoben wird auch der sächliche Kinderfreibetrag: Er erhöht sich um 96 Euro auf 2490 Euro pro Kind und Elternteil, erklärt der Bund der Steuerzahler.

Der Freibetrag für den Betreuungs-, Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf bleibt unverändert bei 1320 Euro pro Kind und Elternteil bestehen. Insgesamt wird einem Elternpaar pro Kind im Jahr 2019 also ein Kinderfreibetrag von 7620 Euro gewährt.

Weniger Belege: Eine Erleichterung für viele Steuerzahler: Mit der Steuererklärung für das Jahr 2018 müssen sie keine Belege mehr einreichen. Aufgehoben werden müssen diese aber trotzdem ein Jahr lang, denn so lange kann das Finanzamt die Unterlagen anfordern.

Jobtickets sind steuerfrei: Verbilligte Jobtickets sind ab Januar 2019 gänzlich steuerfrei. Das heißt, Beschäftigte müssen die Kostenersparnis nicht mehr versteuern. Ziel ist es, so den öffentliche Nahverkehr zu stärken. Allerdings werden die steuerfreien Leistungen auf die Entfernungspauschale angerechnet.

Das Job-Ticket ist allerdings nur steuerfrei, wenn Arbeitnehmer es zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erhalten, erklärt die Vereinigte Lohnsteuerhilfe (VLH). Handelt es sich hingegen um eine Entgeltumwandlung, greift die Steuerbefreiung nicht.

Neue Sachbezugswerte für Arbeitnehmer: Bekommen Arbeitnehmer von ihrem Chef ein Essen spendiert, kann das für das Finanzamt als steuerpflichtiger Arbeitslohn gewertet werden. Maßgeblich sind nach Angaben des Bundes der Steuerzahler die sogenannten Sachbezugswerte.

Der Wert für eine verbilligte oder unentgeltliche Mahlzeit, beispielsweise in einer Betriebskantine, beträgt ab 2019 für ein Frühstück 1,77 Euro und für ein Mittag- oder Abendessen 3,30 Euro. Bisher lagen die Werte bei 1,73 Euro beziehungsweise 3,23 Euro.

Auch die Werte für Unterkunft oder Miete steigen: Der Sachbezugswert für freie Unterkunft beträgt 2019 bundeseinheitlich 231 Euro monatlich.

Neuer Mindestlohn auch für Minijobber: Wer einen Minijobber beschäftigt, muss sich an den neuen Mindestlohn halten. Er liegt ab dem 1. Januar bei 9,19 Euro pro Stunde. Arbeitgeber müssen den Lohn im Zweifel anpassen, erklären die Verbraucherschützer. Das Problem: Die Verdienstgrenze von 450 Euro im Monat darf nicht überschritten werden. Ansonsten wird das Arbeitsverhältnis sozialversicherungspflichtig.

Auch für Pensionisten ändert sich einiges. 48.0000 Rentner müssen 2019 Steuern zahlen. Wer seine Steuererklärung aus den letzten Jahren noch nicht abgeben hat, muss sich beeilen, denn am 31. läuft die Frist für alte noch nicht eingereichte Steuererklärungen ab.

 

Sonstige Änderungen im Jahr 2019

 

Werbung bei Whatsapp

Ab 2019 erhalten Unternehmen die Möglichkeit, Werbung bei Whatsapp auszuspielen. Diese erscheinen aber nur im Status-Bereich, nicht in den persönlichen Chatverläufen. Angeblich soll es Unternehmen möglich gemacht werden, Werbenachrichten gezielt nach Region oder Altersgruppe an Nutzer zu schicken.

Rente

Laut einem Entwurf des Rentenversicherungsberichts der Bundesregierung, sollen ab dem 1. Juli 2019 die Renten in Deutschland steigen. Im Westen um 3,18 Prozent, im Osten um 3,91 Prozent. So soll auch die Angleichung der Renten in West- und Ostdeutschland vorangetrieben werden.

Die Erhöhung gilt für alle Altersrenten, Erwerbsminderungs- und Hinterbliebenenrente, gesetzliche Unfallrente und für die Renten der Landwirte aus der landwirtschaftlichen Rentenkasse. Eine endgültige Entscheidung über die Rentenanpassung ist für das Frühjahr 2019 geplant.

Bereits zum 1. Januar 2019 tritt die Mütterrente II in Kraft. Mütter, deren Kinder vor dem 1. Januar 1992 geboren sind, bekommen mehr Rente. Statt 2 Entgeltpunkten werden dann 2,5 Entgeltpunkte gutgeschrieben. Ein Rentenpunkt entspricht in Westdeutschland aktuell 32,03 Euro, in Ostdeutschland 30,69. Diese Beträge steigen in 2019 dann voraussichtlich auf 33,04 Euro im Westen und 31,88 Euro im Osten.

Wer ab dem 1. Januar 2019 neu in Rente geht, bekommt die Mütterente II gleich mit ausgezahlt, während für die, die bereits Rente beziehen die Auszahlung erst im Laufe der ersten Jahreshälfte 2019 umgesetzt wird.

Krankenversicherung

Ab dem 1. Januar 2019 müssen geringverdienende Selbstständige weniger für die gesetzliche Krankenversicherung zahlen. Der Mindestbeitrag sinkt mit dem Versichertenentlastungsgesetz auf rund 171 Euro im Monat. Bisher setzten Krankenkassen bei Kleinselbstständigen ein fiktives monatliches Gehalt von 2284 Euro fest, unabhängig vom tatsächlichen Einkommen. Daraus ergab sich ein Monatsbeitrag von etwa 340 Euro. Mit dem Jahreswechsel wird der das fiktive monatliche Gehalt auf 1038,33 Euro verringert.

Arbeitslosenversicherung

Ebenfalls zum 1. Januar 2019 wird durch eine Gesetzesänderung der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung von drei Prozent auf 2,5 Prozent des Bruttoeinkommens dauerhaft gesenkt. Außerdem ist eine weitere Senkung um zusätzliche 0,1 Prozentpunkte bis Ende 2022 verordnet.

Pflegeversicherung

Wegen des Pflegeversicherungs-Beitragssatzanpassungsgesetzes werden höhere Beitragssätze der sozialen Pflegeversicherung fällig. Ab 1. Januar 2019 wird der Pflegeversicherungsbeitrag um 0,5 Prozentpunkte auf 3,05 Prozent des Bruttoeinkommens erhöht.

Höherer Mindestlohn

Mit dem neuen Jahr steigt auch der gesetzliche Mindestlohn von aktuell 8,84 Euro auf 9,19 Euro pro Stunde. Im Jahr 2020 soll außerdem eine weitere Erhöhung auf 9,35 Euro kommen. Wegen des höheren Mindestlohns können Minijobber allerdings auch weniger Stunden arbeiten.

Kindergeld

Ab dem 1. Juli 2019 bekommen Eltern 10 Euro mehr Kindergeld, pro Kind, pro Monat. Für das erste und zweite Kind gibt es dann jeweils 204 Euro statt 194 Euro. Für das dritte Kind gibt es ab Juli 210 Euro, für jedes weitere 235 Euro. Schon ab Januar 2019 erhöht sich auch der Kinderfreibetrag, den es anstelle von Kindergeld gibt. Da bekommen Eltern statt 4788 Euro, 4980 Euro pro Kind. Mit Betreuungsfreibetrag sind das statt 7428 Euro, 7620 Euro pro Kind.

Der Unterhalt für Trennungskinder wird ebenfalls erhöht. Ab dem 1. Januar 2019 beträgt der Mindestunterhalt für Kinder bis sieben Jahre 354 Euro, statt 348 Euro pro Monat. Sieben- bis Zwölfjährige bekommen 406 Euro statt 399 Euro. Kindern von 13 bis 18 steht ab 2019 ein monatlicher Unterhalt von 476 Euro zu, im Gegensatz zu den aktuellen 467 Euro. Der Mindestbedarf von volljährigen Kindern bleibt jedoch unverändert.

Sozialhilfe und Arbeitslosengeld

Die Regelsätze für Sozialhilfe und Arbeitslosengeld II steigen in 2019. Ab dem 1. Januar erhalten zum Beispiel Alleinstehende und Alleinerziehende pro Monat 424 Euro statt bislang 416 Euro. Paare beziehungsweise Bedarfsgemeinschaften bekommen pro Person 7 Euro mehr. Genauso wie erwachsene Behinderte in stationären Einrichtungen und nicht-erwerbstätige Erwachsene unter 25 Jahren, die bei ihren Eltern wohnen. Jugendliche von 14 bis 16 Jahren, sowie Kinder von 6 bis 12 Jahren bekommen jeweils 6 Euro mehr. Bei Kindern von 0 bis 5 Jahren erhöht sich der Betrag um 5 Euro.

Steuern

Für alle Steuersätze steigen die Einkommensgrenzen im nächsten Jahr um 1,84 Prozent. Das kommt allen Steuerzahlern zugute. Die Inflationsrate aus diesem Jahr wird so in den Steuertarif eingerechnet. Damit soll vermieden werden, dass Lohn- und Gehaltssteigerungen in Verbindung mit der Inflation zu einer höheren Steuerbelastung führen.

Wie der Kinderfreibetrag steigt auch der Grundfreibetrag in der Einkommenssteuer. Für Ledige steigt der Grundfreibetrag auf 9168 Euro statt bislang 9000 Euro. Verheirateten stehen ab 2019 18.336 Euro, also 336 Euro mehr, zu.

Neue Geldscheine

Ab dem 28. Mai 2019 werden neue 100- und 200-Euro -Scheine von der Europäischen Zentralbank ausgegeben. Die Scheine sind komplett überarbeitet und verfügen über neue Sicherheitsmerkmale, die es Geldfälschern schwerer machen soll. Mit ihrer Einführung ist die zweite Generation von Euro-Banknoten komplett.

Aus für die TAN-Liste

Ein Dauerauftrag oder eine Überweisung via Onlinebanking muss ab dem 14. September 2019 nicht mehr mit einer Transaktionsnummer freigegeben werden. Um das Risiko von Missbrauch bei Onlinebanking zu minimieren, verzichten einige Banken schon länger auf die auf Papier verschickten TAN-Listen. Moderne Authentifizierungsverfahren sind zum Beispiel TAN-Generator, Photo-TAN oder mobile-TAN.

Telefonieren in der EU

Nachdem Roaminggebühren für Telefonieren, SMS und mobiles Surfen im EU-Ausland bereits seit 2017 abgeschafft sind, folgen jetzt auch Preisregelungen für Telefonate aus dem Heimatnetz ins EU-Ausland. Voraussichtlich sollen ab dem 15. Mai 2019 Preisobergrenzen festgelegt werden. Egal, ob vom Handy oder Festnetz in ein anderes EU-Land telefoniert wird, eine Gesprächsminute soll nicht mehr als 19 Cent kosten.

Dieselfahrverbote

Im Laufe des Jahres 2019 treten zahlreiche Diesel-Fahrverbote in verschiedenen Städten in Deutschland in Kraft. Den Anfang macht ab dem 1. Januar 2019 Stuttgart. Fahrer von Diesel-Fahrzeugen mit Euro-4-Abgasnorm oder schlechter sind betroffen. Allerdings gilt für Anwohner und Handwerksbetriebe eine Übergangsfrist bis zum 1. April 2019. Bei einem Verstoß beträgt das Bußgeld 80 Euro. Nicht unter das Verbot fallen Taxis, Reisebusse, Einsatz- und Hilfsfahrzeuge und Oldtimer mit entsprechendem Kennzeichen.

Ab dem 1. Februar 2019 gilt in Frankfurt innerhalb der Umweltzone ein Fahrverbot für Euro-4-Diesel und Benziner mit Euro 1 oder 2. Ab dem 1. September weitet Frankfurt das Diesel-Verbot dann auf Euro 5 aus.

Köln und Bonn sind ab dem 1. April von Fahrverboten betroffen. In Bonn gilt das Verbot auf zwei besonders belasteten Straßen für Diesel mit Euro-Norm 1 bis 4 und Benziner mit Euro Norm 1 und 2. Für die gleichen Fahrzeuge gilt in der gesamten Umweltzone von Köln das Fahrverbot. Auch hier wird dieses ab 1. September 2019 auf Euro 5 Diesel ausgeweitet.

Essen und Gelsenkirchen folgen am 1. Juli 2019. Die aktuelle grüne Umweltzone, in der das Fahrverbot in Essen greifen wird, umfasst auch einen Abschnitt der A40. In Gelsenkirchen gilt das Fahrverbot direkt für Diesel-Fahrzeuge bis Abgasnorm Euro 5.

In Berlin wird für spätestens Juni 2019 ein Fahrverbot für Diesel-Autos der Abgasnorm 1 bis 5 auf insgesamt acht Straßen in der Innenstadt erwartet.

 


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